Komponenten einer Blitzschutzanlage

Der äußere Blitzschutz

Blitzschutzsystem
Ein Blitzschutzsystem nach DIN EN 62305 und VDE 185-305 besteht aus dem äußeren und dem inneren Blitzschutz. Beide Komponenten sollen die bauliche Anlage vor dem Brand oder mechanischer Zerstörung schützen und Personen in den Gebäuden vor Verletzungen oder gar Tod bewahren.

– Fangeinrichtung
– Ableitungseinrichtung
– Erdungsanlage
– Blitzschutz-Potentialausgleich

Fangeinrichtung
Die Fangeinrichtung eines Blitzschutzsystems hat die Aufgabe, das zu schützende Volumen vor direkten Einschlägen zu bewahren. Sie ist so auszulegen, dass unkontrollierte Einschläge in das zu schützende Gebäude bzw. die zu schützende bauliche Anlage vermieden werden. Durch eine richtig, dimensionierte Fangeinrichtung werden die Auswirkungen eines Blitzschlages in eine bauliche Anlage kontrolliert verringert.
Bei der Festlegung der Anordnung und der Lage von Fangeinrichtungen können drei Verfahren genutzt werden.
– Blitzkugelverfahren
– Maschenverfahren
– Schutzwinkelverfahren
Dabei ist das Blitzkugelverfahren die universelle Planungsmethode, die insbesondere für geometrisch komplizierte Anwendungsfälle empfohlen wird.

Ableitungseinrichtung
Die Ableitung ist die elektrisch leitende Verbindung zwischen der Fangeinrichtung und der Erdungsanlage. Ableitungen sollen den eingefangenen Blitzstrom zur Erdungsanlage leiten, ohne dass am Gebäude, z.B. durch unzulässig hohe Erwärmung, ein Schaden entsteht. Um das Auftreten von Schäden bei der Ableitung des Blitzstromes zur Erdungsanlage zu verringern, sind die Ableitungen so anzubringen, dass vom Einschlagpunkt zur Erde mehrere parallele Strompfade bestehen, sowie die Länge der Stromwege so kurz wie möglich gehalten werden.  Die Anzahl der Ableitungen orientiert sich am Umfang der Dachaußenkanten. Ihre Anordnung ist so zu gestalten, dass sie ausgehend von den Ecken der baulichen Anlage möglichst gleichmäßig auf den Umfang verteilt sind.
Je nach den baulichen Gegebenheiten können die gegenseitigen Abstände der Ableitung unterschiedlich sein. In jedem Fall ist mindestens die Gesamtzahl der erforderlichen Ableitungen je nach Schutzklasse einzuhalten.

Erdungsanlage
Die Erdungsanlage ist das Herzstück einer Blitzschutzanlage und leitet den gefährlichen Blitzstrom gefahrlos in den Erdboden ab.
Sie dient gleichermaßen als Schutzerdung wie auch als Funktionserdung. Die Erdungsanlage ist ein Sicherheitsbestandteil der elektrischen Blitzschutzanlage und darf nur von fachlich geschulten Blitzschutzfacharbeitern verlegt werden.

Der innere Blitzschutz

Blitzschutz-Potentialausgleich für metallene Installationen
Der Potentialausgleich wird für alle errichteten elektrischen Verbraucheranlagen gefordert. Der Potentialausgleich nach DIN VDE 0100 beseitigt Potentialunterschiede, d.h. verhindert gefährliche Berührungsspannungen z.B. zwischen dem Schutzleiter der Niederspannungsverbraucheranlage und metallenen Wasser-, Gas- und Heizungsrohrleitungen.

Potentialausgleich für Energieversorgungsanlagen
Der Potentialausgleich für Niederspannungsverbraucheranlagen im Rahmen des inneren Blitzschutzes stellt eine Erweiterung des Schutzpotentialausgleichs dar. Zusätzlich zu allen leitfähigen Systemen werden dabei auch die Zuleitungen der Niederspannungsverbraucheranlage in den Potentialausgleich einbezogen. Die Besonderheit dieses Potentialausgleichs liegt darin, dass eine Anbindung an den Potentialausgleich nur über entsprechende Überspannungsschutzgeräte erfolgen kann.

Potentialausgleich für Anlagen der Informationstechnik
Der Blitzschutz-Potentialausgleich fordert, dass alle metallenen leitenden Teile wie Leitungsadern und Schirme am Gebäudeeintritt möglichst niederimpedant in den Potentialausgleich einbezogen werden. Dazu gehören beispielsweise Antennenleitungen und Telekommunikationsleitungen.

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Blitzschutztechnik Kurth